Neubau der B 255 ist im Zeitplan

Veröffentlicht am 17.08.2010 in Service

Aus der "Westerwälder Zeitung":

Brücken der Umgehung Niederahr sollen 2011 ausgeschrieben werden – Trasse bei Hahn am See schon bald zu nutzen

Vor drei Jahren fiel der Startschuss für die Umgehungsstraße der Dörfer Niederahr, Oberahr, Ettighausen und Hahn am See. Inzwischen sind erste Ergebnisse schon deutlich zu sehen.

Westerwaldkreis. Der Bau der Umgehungsstraße Niederahr, Oberahr, Ettinghausen (B 255) sowie der Umfahrung Hahn am See (B 8) ist im Zeitplan – wenn auch in anderer Reihenfolge als ursprünglich geplant. Während der Fortschritt im nördlichen Teil der Trasse bereits unübersehbar ist, laufen im südlichen Bereich bei Niederahr noch die Vorbereitungen für die Ausschreibung der Überführungen und Brücken. Die Nähe zur Tongrube „Pfeul“ macht die Planungen hier etwas komplizierter. Verkehrsminister Hendrik Hering und das Leitungsteam des Landesbetriebs Mobilität (LBM) sind aber dennoch zuversichtlich, dass die komplette Strecke Ende des Jahres 2014 freigegeben werden kann.

5,7 Kilometer neue Fahrbahn

Fast 40 Millionen Euro kostet das Gesamtprojekt. Davon wurde erst ein Bruchteil ausgegeben, berichtet Ulrich Kleine vom LBM Koblenz. Die erste Phase der Umsetzung ist naturgemäß von Planungen dominiert. Erst gegen Ende wird der Löwenanteil des Geldes investiert, wenn mit dem Bau der eigentlichen Straße begonnen wird. Alleine die Fahrbahn der circa 5,7 Kilometer langen Trasse zur Umfahrung der Dörfer Niederahr, Oberahr und Ettinghausen schlägt mit rund 9 Millionen Euro zu Buche.

Nach derzeitigem Stand wird die Bevölkerung von Hahn am See zuerst von der Umgehungsstraße profitieren. Der neue Abschnitt der B 8 außerhalb der Ortslage ist quasi fertig. Um die Strecke bereits für den Verkehr freigeben zu können, muss allerdings noch eine provisorische Zuführung zur B 255 nördlich von Ettinghausen gebaut werden. Wahrscheinlich im Sommer 2011 wird die neue B 8 geöffnet. Dann sollte der Durchgangsverkehr in Hahn am See weitgehend verschwunden sein. Die ebenfalls provisorische Parallelstrecke der B 255 zum Hahner Stock bleibt noch ein wenig länger erhalten. Wenn jedoch die etwas höher gelegene neue Straße fertig ist, wird die derzeitige Ausweichfahrbahn zu einem Wirtschaftsweg umgewandelt. Der Kreisverkehr am Hahner Stock wird dann ebenfalls wieder verschwinden. Er ist nur für die Bauphase gedacht.

Am aufwendigsten sind die Vorbereitungen bei Niederahr. Die Planer müssen sicherstellen, dass die neue B 255 nicht nachträglich abrutschen kann, wenn in der benachbarten Tongrube gearbeitet wird. Zudem entsteht in diesem Bereich das komplizierteste Bauwerk der Umgehung: Die Bahn fertigt eine neue Brücke als Überführung der künftig wesentlich breiteren Bundesstraße. Die Arbeiten an diesem Bauwerk müssen nach Angaben des LBM bis zum Jahresende 2012 abgeschlossen sein, damit der gesamte Zeitplan eingehalten werden kann.

Selbst wenn die Umgehung der Dörfer Ettinghausen und Oberahr früher fertig sein sollte, ist eine teilweise Freigabe der Strecke nicht möglich. Die K 83 zwischen Oberahr und Meudt ist als Umleitungsstrecke für den täglichen Schwerlastverkehr nicht geeignet. Zudem ist an der Abzweigung zur Ortsdurchfahrt Oberahr kein Begegnungsverkehr zweier Lastwagen möglich. Das Problem ließe sich nach Angaben von Ulrich Neuroth (LBM Diez) nur mit dem Bau einer provisorischen Umleitung lösen. Das wäre jedoch nicht wirtschaftlich. Letztlich soll deshalb die Umgehungsstraße erst freigegeben werden, wenn sie komplett fertig ist.

Projekt kam zur rechten Zeit

Noch müssen die Anlieger also etwas Geduld haben und die täglich etwa 10 000 Fahrzeuge in der Ortsdurchfahrt ertragen. Die Prognosen für das Jahr 2015 sehen sogar noch einen Anstieg der Verkehrsbelastung auf etwa 16 000 Autos und Lastwagen vor – dann aber freilich auf der vierspurigen B 255 außerhalb der Dörfer. Die Verantwortlichen sind heilfroh, dass die Arbeiten seit drei Jahren laufen. Denn inzwischen, so Hering, sei es wesentlich schwieriger geworden, Geld für den Ausbau einer Bundesstraße zu bekommen. Andere Projekte landen im Zuge der Haushaltskonsolidierung erst einmal auf der langen Bank.

Thorsten Ferdinand

 
 

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